Ausstellung - Gegen das Vergessen, 2007 - 2008

Erntedank und Erntefest

Ausstellung "gegen das Vergessen"
 zusammen mit Schwester Elija Boßler und
 dem Fotografen Klaus Kinold

in der 
Gesellschaft für Christliche Kunst München e.V., www.dgfck.de, 2007

Katholischen Akademie Münster, 
www.franz-hitze-haus.de, 2008

Digitaldruck auf Aludipond, 150 x 360 cm

 

Sprache wurde während der NS-Zeit systematisch missbraucht, um Greueltaten zu kaschieren und sprachlich zu verharmlosen. Dies wurde alles sehr systematisch und gründlich betrieben. In unserer Verantwortung steht es, die Erinnerung daran wach zu halten. Auf der homepage von Shoa.de lese ich
 Zukunft braucht Erinnerung.

Erntedank, 2007, Digitaldruck auf Aluminium, 150 x 360 cm

Erntedank

Der Ursprung des Erntedankfests reicht bis in die vorchristliche Zeit zurück. In der katholischen Kirche ist ein Erntedankfest seit dem 3. Jahrhundert belegt. Es ist der Brauch des Dankes für eine gute Ernte. In der katholischen Kirche findet die Eucharistie am ersten Oktobersonntag statt.
Das Jahr 1933 war von der Macht-

entfaltung des NS-Regimes geprägt. Der Mai wird zum "Nationalen Feiertag" der Arbeiterschaft erklärt. Damit sich die Land-

bevölkerung mit dem neuen Regime identifizierte, erklärte die NS-Regierung das auf christliche Traditionen und auch auf frühe religiöse Rituale zurückweisende Erntedankfest ebenfalls zum Feiertag. Der zentrale Staatsakt fand von 1933 bis 1937 jeweils Anfang Oktober auf dem Bückeberg in der Nähe von Hameln im Weserbergland statt, Das Bückebergfest wurde eine Großveranstaltung der NSDAP. Ziel der NS-Führung war die Verschmelzung von ursprünglicher Festtradition und propagandistisch überhöhter "Blut und Boden"-Ideologie der Nationalsozialisten. 



Erntefest, 2007, Digitaldruck auf Aluminium, 150 x 360 cm

Erntefest

Es gibt einen umfangreiche Zahl von zivilen und militärischen Tarnbezeichnungen aus der Zeit des Dritten Reiches. Am zynisch-

sten ist wohl der Deckname Erntefest. Die Ideologie wurde schon in den propagan-

distischen Erntedankfeiern offenbar, die Aktion Erntedank hat dazu die finale End-

lösung geschaffen.

Aktion Erntefest – Operation Harvest 
war der Codename einer massen- mörderischen Aktion der Nazis. Am 3./4. November 1943 wurden ungefähr 42.000 Juden, sowohl Männer und Frauen, als auch Kinder in drei verbliebenen Lagern im Generalgouvernement Polen, Trawniki, Poniatowa, Majdanek ermordet. Die nationalsozialistische Führung, namentlich unter Heinrich Himmler befahl im Hintergrund der verlustreichen Schlacht um Stalingrad, der schwächer werdenden militärischen Kräfte an der gesamten Ostfront und des erstarkenden sowjetrussischen militärischen Widerstands die Auslöschung der Lager und die Ermordung so vieler Menschen an einem Tag, nahezu ohne Vorwarnung, um mögliche Aufstände zu vermeiden. Himmler gab die Order zu diesem Massenmord an den höheren SS- und Polizeiführer des Generalgouvernements Wilhelm Krüger weiter, der diese Befehle an den höheren SS und Polizeiführer im Distrikt Lublin Jakob Sporrenberg delegierte.
Die Massenvernichtung am 3. /4. November 1943 durch deutsche SS- und Polizeiverbände beendete die Aktion Reinhardt.







Publikation: Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst, Gegen das Vergessen, 2007